Rolf Gaßmann: "Die Mietpreisübersicht der Makler zeigt unzulässige Mieten auf."

Veröffentlicht in Pressemitteilungen

In Stuttgart gilt seit 1.11.2015 die Mietpreisbremse

„Die vom Maklerverband IVD gestern veröffentlichen angeblichen Marktmieten sind in Stuttgart nicht zulässig“, erklärt Mietervereinschef Rolf Gaßmann. Da seit November die Mietpreisbremse in Stuttgart gilt, dürfen Wiedervermietungsmieten nur maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Vergleichsmiete wird durch den Stuttgarter Mietspiegel von 2015 bestimmt. Dieser weist für Altbauwohnungen (über 70 qm) mit guter Ausstattung und einer Lage mit Vorteilen einen Mittelwert von 8,80 Euro pro Quadratmeter aus. Zulässig bei Wiedervermietung wären damit 9,70 Euro, nicht aber 12,40 Euro, wie dies die Maklerübersicht vorgibt. Selbst im neueren Bestand liegt der Mittelwert mit 10,05 Euro (9,15 plus 10 Prozent) pro Quadratmeter deutlich unter den 12,30 Euro der Maklertabelle.

Der Mieterverein hält es für unverantwortlich, wenn der Maklerverband nicht auf die gesetzlichen Schranken für die Miethöhe beim Neuabschluss von Mietverträgen hinweist. Schließlich gibt die Mietpreisbremse den Mietern das Recht, bei nach dem 1. November 2015 abgeschlossenen Mietverträgen die Herabsetzung der Miete auf den gesetzlich zulässigen Wert zu verlangen. Das Gesetz sieht hiervon nur wenige Ausnahmen vor, so etwa bei umfassender Modernisierung der Wohnung. Weil Maklergebühren sich an der Miethöhe orientieren, haben Makler offensichtlich ein Eigeninteresse an hohen Mietpreisen.

Der Mieterverein berät Mieter bei der Bewertung der zulässigen Miete und bei der Formulierung des notwendigen Briefes an die Vermieter.